Porsche 718 RSK als Geschenk?!

18. 12. 09
Autor: Josef Krings
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Neue Modelle nach Vorbildern, die Wolfgang Graf Berghe von Trips fuhr.

Minichamps Modell k

 (Minichamps-Modell)

Auch wenn Porsche einer speziellen Ausführung des neuen Cayman das Anhängsel 718 angedeihen ließ und damit an vergangene und bereits damals sehr erfolgreiche Zeiten im Motorsport erinnern möchte, wäre an ein solches Fahrzeug als Geschenk für uns normal betuchte Menschen wohl kaum zu denken. Ein Original eines 718 aus den 1950er oder 1960er Jahren ist preislich noch viel höher angesiedelt und damit als Geschenk außerhalb jeder Vorstellung.

Modelle nach Vorbildern aus längst vergangenen Zeiten des Rennsports kommen da schon eher als Geschenke in Betracht. Und gerade jetzt bringen die Modellmanufakturen Spark und Tecnomodel Verkleinerungen ehemaliger Wettbewerbsfahrzeuge in den Maßstäben 1:43 bzw. 1:18 heraus. Minichamps bot schon vor etlichen Jahren verkleinerte Porsche 718 an, heute ist dafür in erster Linie Spark zuständig.

Beim Griff in die Vitrine fielen mir zwei Minichamps-Modelle sofort in die Hand. Einmal war es ein 718 RS60, den Joakim Bonnier und Graham Hill im Jahre 1960 bei den 12 Stunden von Sebring fuhren und nach 64 Runden aufgaben, während Hans Herrmann/Olivier Gendebien das Rennen nach 196 Runden als erste beendeten. Das Modell des Bonnier/Hill – Porsches erschien damals in einer Auflage von 1440 Stück.

Sepp Greger lks TF k

(Sepp Greger, lks.)

Der zweite Modell -718er ist ein RS, der in einer Stückzahl von 2208 Exemplaren produziert wurde, und dessen Vorbild Sepp Greger im Jahre 1960 im Rahmen der Europa-Bergmeisterschaft am Gaisberg im Salzburger Land einsetzte und dort den ersten Platz belegte. Das Modell trägt auf seiner Außenhaut die Startnummer 109 und die Stuttgarter Straßenzulassung S – PK 266. Greger belegte in der Meisterschaft den zweiten Platz hinter dem Schweizer Heini Walter, der den Porsche 718 RSK 1600 im Jahre 1960 nach fünf Wertungsläufen auf den ersten Platz der Endwertung brachte und damit Europa – Bergmeister wurde.

W von Trips am Gaisberg JW k

 (von Trips am Gaisberg)

Diese Meisterschaft errang zwei Jahre zuvor auch Wolfgang von Trips. Das gelang ihm im Jahre 1958, denn nach 6 Läufen, von denen er 3 gewann, lag er am Ende in der Punktwertung vor den beiden Borgward 1500 RS von Bonnier und Herrmann. Eines der von ihm gewonnenen Rennen war der Bergpreis am Gaisberg am 18. August 1958.

 

 

 

Tecnomodel 718er RM k
(Tecno-Modelle)

Tecnomodel hat den Porsche 718 RSK nun im Maßstab 1:18 in vier Varianten herausgebracht.  Dabei handelt es sich zunächst um Ausführungen des 718ers, wie er im genannten Jahr von Porsche auf der Rundstrecke eingesetzt wurde. In Le Mans pilotierten Barth/Frère, von Frankenstein/Stores und Herrmann/Behra Ausführungen dieses Typs recht erfolgreich. Im Oktober 2018 propagierte Friedrich Lämmermann aus Dietenhofen die 1:18er Nachbauten in seinem „Raceland – Magazin“. Bei seiner Vertriebsfirma „Raceland – Automodelle“ sind sie zum Preis von etwa 219 Euro bei einer Gesamtauflage von weltweit je 80 Stück zu beziehen.

 

 

Modell mit 114 MF k
(Wagen mit der Startnummer 114)

Den Trips – Porsche nach dem Vorbild des Autos aus dem Bergrennen am Gaisberg, der ohne Abdeckung des zweiten Sitzes daherkommt, gibt es erstaunlicherweise in einer Auflagenhöhe von nur 70 Exemplaren aber zum gleichen Preis. (Modell mit 114)Auf gerade diesen Wagen wurde in „Modell – Fahrzeug“ Heft 6 2018 explizit hingewiesen. In seinem Artikel „Schwabenstreiche“ beschreibt Andreas A. Berse die neu erscheinenden Modelle recht ansprechend und führt zum Gaisberg – Wagen mit der Startnummer 114 u.a. aus: „Die coolste für den deutschen Markt ist sicher die Fahrerversion von Graf Berghe von Trips.“ Das Modell soll noch vor Weihnachten ausgeliefert werden und wäre sicher ein schönes und willkommenes Geschenk für Fans des Grafen und der Trips-Fahrt.

Eine weitere Nachbildung eines 718ers kündigt Spark im Maßstab 1:43 für das Frühjahr 2019 an. Das Vorbild bewegten W.von Trips/J.Bonnier beim Le Mans – Rennen im Jahre 1959. Ihr Porsche mit der Startnummer 31 fiel bereits nach 86 gefahrenen Runden aus . Das Modell kann ebenfalls vorbestellt werden und wird bei Auslieferung etwa 60 Euro kosten.

Benutzte Vorlagen:

Jörg Thomas Foedisch e.a.: Porsche Bergsport 1957 – 1969.
1. Auflage, Bielefeld, 2011. (TF)
Julius Weitmann: Wolfgang Graf Berghe von Trips.
Dortmund, 1962. (JW)
Modell-Fahrzeug Nr.6 / 2018. (MF)
Raceland – Magazin. Oktober, 2018. (RM)

 

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